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Die drei Netzwerke, die Führungskräfte brauchen

16. Juni 2026 · 2 Min. Lesezeit

Über Macht reden Führungskräfte ungern. Die einen meiden das Thema, die anderen spielen mit, bewusst oder unbewusst. Sobald Menschen mit unterschiedlichen Interessen und knappen Ressourcen zusammenarbeiten, entsteht Politik, ob man will oder nicht. Wer es nicht versteht, verliert Einfluss, oft ohne es zu merken.

Warum Politik im Unternehmen dazugehört

Gerade in frühen Leitungsrollen setzen viele auf Fachlichkeit, Leistung und Loyalität. Doch Organisationen sind keine rein rationalen Systeme. Drei Dinge machen Politik unvermeidlich:
  • unterschiedliche Interessen und Sichtweisen
  • Abhängigkeiten zwischen Rollen und Bereichen
  • knappe Ressourcen und knappe Sichtbarkeit
Wo diese drei zusammentreffen, entstehen Spannungen. Wer dann nicht handelt, wird von anderen bewegt, statt selbst zu führen. Ohne Einfluss können auch integre Menschen nicht für das eintreten, was sie für richtig halten.

Die drei Netzwerke

1. Das operative Netzwerk. Das sind die Menschen, mit denen Sie täglich arbeiten: Kolleginnen, Projektpartner, direkte Mitarbeitende. Hier geht es um Verlässlichkeit und reibungslose Zusammenarbeit.
2. Das strategische Netzwerk. Es reicht über Ihre Rolle hinaus und umfasst interne wie externe Kontakte, die Entwicklungen sichtbar machen, bevor sie offiziell werden. Wer es pflegt, wird von der Zukunft nicht überrascht.
3. Das Entwicklungsnetzwerk. Sparringspartner, Förderer und kritische Stimmen, die blinde Flecken zeigen und Perspektiven erweitern.

Strategisch auswählen

Viele pflegen nur Kontakte, die ihnen angenehm sind. Wer nur mit Gleichgesinnten spricht, bleibt in der Echokammer. Gute Netzwerke sind vielfältig, reichen über Rollen hinweg und werden bewusst gepflegt. Wichtig ist nicht Nähe, sondern Relevanz.

Wie werden Sie eigentlich wahrgenommen?

Fragen Sie sich regelmäßig:
  • Vertrauen mir die relevanten Personen?
  • Arbeiten sie aktiv mit mir zusammen oder vermeiden sie mich?
  • Bin ich sichtbar, oder werde ich übergangen?
  • Gilt meine Stimme als strategisch oder als rein operativ?
Ein Warnsignal: Entscheidungen werden ohne Sie getroffen, obwohl sie Sie betreffen. Dann ist Ihr Einfluss zu gering.

Wenn es unfair wird

Es gibt auch die dunkle Seite: Machtspiele, die nur dem Ego dienen, Manipulation, Lagerbildung. Rückzug allein ist keine Lösung. Lassen Sie sich nicht instrumentalisieren, bauen Sie vertrauenswürdige Allianzen auf und bleiben Sie klar bei Ihrer Integrität. Wer sich entzieht, überlässt anderen das Feld.

Fazit

Wer Führung ernst nimmt, gestaltet die Politik im Haus mit, statt ihr auszuweichen. Mit den drei Netzwerken haben Sie dafür eine Grundlage.
Wenn Sie Ihre Lage mit jemandem von außen ansehen möchten, schildern Sie mir Ihre Situation in wenigen Sätzen: Zusammenarbeit anfragen. Ich lese jede Anfrage selbst und melde mich in der Regel innerhalb von 24 Stunden.